Archiv für Mai, 2014

Tauwasser und Schimmelpilz vermeiden

Geschrieben von Norbert Paulus am in Fenster FAQ´s

Norbert Paulus

In diesem Blog möchte ich Ihnen das Thema Tauwasser und Schimmelpilz vermeiden näher erläutern und ihnen wichtige Hinweise dazu aufzeigen.

Wer oder was ist Schuld, wenn es nass wird am Fenster?

DIN4108-2: 2013-02
“Die Tauwasserbildung ist vorübergehend und in kleinen Mengen an Fenstern und Pfosten-Riegel-Konstruktionen zulässig, falls die Oberfläche die Feuchtigkeit nicht absorbiert und entsprechende Vorkehrungen zur Vermeidung eines Kontaktes mit angrenzenden empfindlichen Materialien getroffen werden.”

Erfahrungen aus dem Sachverständigenzentrum und von der telefonischen Hotline des ift Rosenheim zeigen, dass Tauwasser an Fenster und Verglasungen immer noch häufig von den Nutzern beanstandet wird.
Noch kritischer wird die Situation, wenn sich als weitere Folge Schimmel auf den Fensteroberflächen oder an den Fensterlaibungen  bildet.
Dabei kommen stets mehrere Ursachen und Verantwortlichkeiten infrage; eine Beurteilung ist jeweils nur für den Einzelfall gültig. Die gesetzlichen und normativen Vorgaben zur Bewertung der Tauwasser- und Schimmelbildung sind nicht eindeutig, teilweise vielseitig auslegbar.
Die Positionen der Betroffenen sind oft festgefahren: Die Bauschaffenden sehen in den meisten Fällen das Heiz, -Lüftungs- und Wohnverhalten der Bewohner bzw. Nutzer als Hauptgrund für die Beanstandungen.
Die Nutzer bestehen darauf, dass sie alles richtig gemacht haben. Die Aufgabenstellung der Gerichte und damit der Sachverständigen besteht dann darin, die Schadensursache zuzuordnen.
Jede Reklamation könnte zu einem Rechtsstreit führen und kostet die Streitenden Zeit und Nerven. Nachfolgend soll auf die bekannten Schadensursachen und die jeweils Verantwortlichen eingegangen werden.

Physikalische Grundlagen

Die Tauwasserbildung an Bauteiloberflächen wird wesentlich beeinflusst:

– vom absoluten Wassergehalt der Raumluft (Wasserdampfpartialdruck)

und

– von der Oberflächentemperatur des Bauteils.

Sobald die Oberflächentemperatur die Taupunkttemperatur der Raumluft erreicht/unterschreitet, bildet sich Tauwasser.
Beide Kenngrößen schwanken stark: Der absolute Wassergehalt in der Raumluft schwankt über den Tag je nach freigesetzter (Feuchtquelle z.B. Kochen) und abgeführter Feuchte (Feuchte senken z.B. Lüften).
Die Oberflächentemperaturen hängen von der Außenlufttemperatur, dem konvektiven Wärmeübergang und dem Wärmedämmstandard ab. Zudem variieren die Oberflächentemperaturen zeitlich und räumlich.

Die Schimmelpilzbildung findet statt, sobald sich neben einer ausreichenden Feuchtigkeit auch ein ausreichendes  Nährstoffangebot einstellt. Seit einigen Jahren ist bekannt, dass Schimmelpilze kein tropfenförmiges als Wachstumsvoraussetzung benötigen, sondern bereits ab einer relativen Luftfeuchte von 80% wachsen können. Ein Nährstoffangebot kann in Form von organischen Materialien, beispielsweise einer “Raufasertapete” oder einer dünnen Staubschicht, gebildet werden. Da Schimmelpilzbildung in den meisten Fällen die Folgeerscheinung  aus langfristiger Tauwasserbildung ist, wird im Folgenden jeweils nur von Tauwasserbildung gesprochen.
Achtung – Gefahr. In den letzten Jahren sind aus Gutachten und Beratungsfällen mehrere Ursachen besonders häufig aufgefallen, die nachfolgend beschrieben werden.

Was wird konstruktiv falsch gemacht?

Bei folgenden Punkten lässt sich die Verantwortung schwerpunktmäßig bei der Planung/Bauausführung/Fensterkonstruktion und-montage ansiedeln:

Einbaulage der Fenster in der Außenwand

In monolithischen Außenwänden (nur ein Wandbaustoff, z.B. Ziegelwand) sollten die Fenster jeweils im mittleren Drittel der Wand eingesetzt werden. In Wandaufbauten mit Dämmschicht sollten die Fenster möglichst in der Lage der Dämmebene eingesetzt sein. Die Abweichung von dieser optimalen Lage zur Außenseite begünstigt die Tauwasser- und Schimmelbildung.
Hinweis: Normativ ist in DIN 4108-2 geregelt, dass für die Fensterlaibungen der sogenannte “Temperaturfaktor fRSI” nachzuweisen ist. Lediglich für Einbausituationen nach DIN 4108 Beiblatt 2 kann dabei abgesehen werden.

Fehlender Sichtschutz auf der Außenseite

In dicht besiedelten Gebieten und Städten ist der Einsatz von außenliegenden Sichtschutz-Einrichtungen (Rollläden, Raffstores, Fensterläden) sinnvoll. Diese stellen neben dem Sichtschutz oft auch gleichzeitig einen temporären Wärmeschutzüber die Nachtzeit dar. Fehlen diese Einrichtungen, wir der Nutzer gezwungenermaßen blickdichte Vorhänge auf der Raumseite installieren, um seine Privatsphäre zu schützen. Innenseitig vor dem Fenster angeordnete Behänge fördern die Tauwasserbildung auf den Fensteroberflächen massiv.

 

 Art der Raumbeheizung

In Neubauten erfolgt die Wärmezufuhr überwiegend über eine Fußbodenheizung. Die Vorteile dieser Systeme liegen in einer gleichmäßigen Temperaturschichtung und geringer Vorlauftemperaturen des Heizsystems.
Die Tauwasserbildung an den Fenstern und Fassaden wird durch die Art der Wärmeverteilung jedoch begünstigt, da keine nennenswerte Warmluftkonvektion erzeugt wird (wie noch früher bei Heizkörpern üblich). Der Nutzer ist dringend darauf hinzuweisen, dass die Möblierung und evtl. Teppichböden die Wärmeverteilung in den kritischen Bereichen vor den Fenstern nicht übermäßig stören dürfen.
Weiterhin sollten auf eine “Randzonenverstärkung” der Heizschleifen vor bodentiefen Fenstern, insbesondere bei Erker- oder Glaseckkonstruktionen, geachtet werden.

Wann ist der Nutzer selbst das Problem?

Tauwasserbildung am Fenster wird leider in vielen Fällen durch das Nutzungsverhalten der Bewohner verursacht. Folgende Ursachen sind hierfür zu nennen:

Konvektiver Wärmeübergang

Die Wärme muss über Strahlung oder Konvektion an die Bauteiloberflächen gelangen können. Da Fenster üblicherweise im Vergleich zu den Außenwänden geringe “Dämmwirkung” aufweisen, ist dort besonders auf einen ungestörten Wärmeübergang zu achten. Bodentiefe blickdichte Vorhänge, breite Innenfensterbänke mit üppiger Blumenpracht, Kommoden, Sofas und Küchenaufbauten vor bodentiefen Fensterelementen sind deshalb häufig die Ursache für intensive Tauwasserbildung

Indirektes Heizen (“Temperatur- und Feuchteüberschlag”)

Schlafräume, Vorratskammern und wenig genutzte Räume werden von den Bewohnern oft wenig oder nicht beheizt. Sobald die Raumluft aus den normal beheizten und genutzten Räumen eindringen kann – oder bewusst dort hingeleitet wird – kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Tauwasser.

Erhöhtes Feuchteaufkommen
(Nutzerverhalten)

In vielen Fällen war die Tauwasserbildung auf eine ungewöhnlich hohe Luftfeuchte zurückzuführen. Folgende Ursachen wurden beobachtet:

-Trocknung von Wäsche in Wohnungen;
– hohe Anzahl von Topfpflanzen, große Aquarien etc.;
– übermäßige Belegung von Wohnungen;
– Aufstellen von Luftbefeuchtern/Wassertöpfen auf Holzöfen

Die von einigen Baubiologen propagierte Vorgabe zu einer relativen Raumluftfeuchte von bis zu 60% ist aus bautechnischer Sicht als deutlich zu hoch anzusehen.

Empfehlung zur Schadensvermeidung

Wird vor der Bauausführung festgestellt, dass einige der beschriebenen Punkte vorliegen, sollte auf die Gefährdung hingewiesen werden. Als aktive Möglichkeit zur Schadensvermeidung empfiehlt sich, dass die wärmetechnischen Optimierungspotenziale an den Fenstern genutzt werden. Der Einsatz von Wärmedämmgläsern mit thermisch verbessertem Randverbund ist dringend zu empfehlen. Sobald 3-Scheiben-Isoliergläser mit Warmer Kante (Randverbund) eingesetzt werden, ist das derzeit technisch machbare Optimum geleistet, um Tauwasser am Glasrand zu vermeiden (bei üblichen Rahmenkonstruktionen). Weiterhin sollte die raumseitige Dichtebene möglichst luftdicht abdichten und bei der Dichtungsanordnung das Prinzip “innen dichter als außen” beachtet werden, um Tauwasser- und Schimmelbildung im Falz zu vermeiden. Als weiterer Baustein zur aktiven Reduzierung der Tauwasserbildung ist auf die Einhaltung der DIN 1946-6 zu bestehen, da durch den Einsatz einer nutzerunabhängigen Lüftung die Raumluftfeuchte deutlich reduziert werden kann. Gleichwohl muss auch der Nutzer über den Zusammenhang informiert werden und die Maßnahmen aktiv begleiten.

Literatur und Quellen: (1) DIN 4108-2: 2013-02 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden-Mindestanforderungen an den Wärmeschutz, Beuth Verlag GmbH, Berlin (2) DIN Fachbericht 4108-8:2010-09 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden – Vermeidung von Schimmelwachstum in Wohngebäuden, Beuth Verlag GmbH, Berlin (3) DIN 1946-6: 2009-05 Raumlufttechnik – Teil 6: Lüftung von Wohnungen – Allgemeine Anforderungen, Anforderungen zur Bemessung, Ausführung und Kennzeichnung, Übergabe/Übernahme (Abnahme) in Instandhaltung, Beuth Verlag GmbH, Berlin
Quelle: Glaswelt 05.2014, Autor: Martin Heßler

Energie und Baumesse Bad Tölz 2014

Geschrieben von Norbert Paulus am in Veranstaltungen

Norbert Paulus

Wir laden Sie herzlich zur Energie und Baumesse Bad Tölz 2014 ein und geben Ihnen einen Überblick über die Messe .

Neues Konzept!

Auch dieses Jahr stellen wir wieder auf der Energie und Baumesse Bad Tölz 2014 aus. Mit einem neuen Messekonzept ist sie „die“ Frühjahrsbaumesse des Oberlandes.
Das erweiterte Einzugsgebiet umfasst jetzt große Anteile der vier Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.

Besuchen Sie uns auf der Energie und Baumesse Bad Tölz 2014
(unsere Standnummern: 108, 128 und 130)

Samstag:        17. Mai 2014 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Sonntag:        18. Mai 2014 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

in der :           Hacker Pschorr Arena, Bad Tölz

Abgerundet wird das große Angebot der Messe durch verschiedenste Vorträge.

Unser Fach-Vortrag von Herrn Norbert Paulus

“Die häufigsten Fehler beim Fenstertausch und wie Sie diese vermeiden können”

findet am Samstag, 17. Mai 2014 um 13.30 im Vortragsraum II statt.

 

 

Themen auf der Energie und Baumesse Bad Tölz 2014

  • Zukunftsorientiertes Bauen
  • Renovieren und Sanieren
  • Leben, Heizen, Bauen und Wohnen mit Holz
  • Nutzung erneuerbarer Energien
  • Innovativ Geld sparen und anlegen
  • umweltgerechte Mobilität sowie schonender Umgang mit Ressourcen

Wir verschenken 150 Eintrittskarten im Wert von je 3,- €
Mit unten stehendem Formular können Sie die kostenlosen Eintrittskarten anfordern.
Schnell sein lohnt sich!

Freikarten für Bau und Immobilien Messe 2015 in Tutzing

Fordern Sie kostenlos und unverbindlich Freikarten für die Bau und Immobilien Messe 2015 vom 28.2. - 1.3 2015 in Tutzing, an
  • Bitte E-Mail Adresse sorgfältig überprüfen !