Archiv für März, 2015

Sonnenschutz – Raffstoren als Alleskönner

Geschrieben von Norbert Paulus am in Allgemein

Norbert Paulus

In diesem Blog möchte ich Ihnen heute den Raffstore als Alleskönner vorstellen. Vom Sonnenschutz über den Blendschutz bis zur Tageslichttechnik

Auch im Zeitalter von Smart Home, schaltbaren Gläsern oder der Renaissance von ZIP-Anlagen bilden die Raffstoren immer noch die Speerspitze beim Sonnenschutz. Mit ihrer robusten und bewährten Bauweise und den vielseitigen Anwendungen bei Sonnen- und Blendschutz werden sie auch zukünftig eingesetzt.

Die Typenvielfalt der Raffstoren ist beispiellos, egal welches Detail man auch betrachtet. Von der klassischen, flexiblen Flachlamelle über die randgebördelte Ausführung mit oder ohne Dichtlippe und je nach Hersteller unterschiedlicher Geometrien, setzt sich die Spielwiese der Techniker bei unterschiedlichsten Lamellenbreiten von 60 bis weit über 100 mm fort. Unterschiedliche Seitenführungen und Stanzungen in den Lamellen sind da neben vielen anderen Details ein weiterer Multiplikator, wenn es darum geht zu ermitteln, wie viel unterschiedliche Typen an Raffstoren es überhaupt gibt.
Kurzum, es wird für fast jeden Einsatzzweck irgendeine Variante eines Herstellers geben, mit der man eine bauliche Anforderung oder einen Kundenwunsch lösen kann. Kein anderes Produkt wird weltweit dabei so oft eingesetzt wie eine Raffstore oder eine Außenjalousie, wenn es darum geht vor der Sonne zu schützen und gleichzeitig einen guten Blick ins Grüne zu behalten.

 

Foto-Quelle: ROMA

Die Lichtregulierung als Joker

Eine wesentliche Trumpfkarte bedeutet beim Produkt Raffstore die mögliche Lichtlenkung, die für jede Himmelsrichtung oder Gebäudehöhe individuell gestaltet werden kann. Da zu große Helligkeitskontraste die Augen zu einer ständigen Anpassung der Lichtverhältnisse zwingen, führe diese schnell zu rascher Ermüdung, aufkommender Nervosität und Konzentrationsschwäche. Das betrifft besonders die Nutzung von Sonnenschutz in Bürogebäuden, bei der die Mitarbeiter so häufig von Ihrer Arbeit abgelenkt werden. Um selbst bei ständig wechselnden Lichtwerten, wie z.B. durch vorbeiziehende Wolken vor der Sonne im Innenraumbereich, möglichst stabile Lichtverhältnisse zu schaffen, eignen sich besonders die Raffstoren, da sie auf einfache Art und Weise durch das Einstellen des Lamellenwinkels den Lichteinfall ins Gebäude regulieren können. Mit der Zusatzfunktion Tageslicht kann zudem im oberen Bereich der Lamellen gezielt das Licht in den Raum gelenkt werden, während am Schreibtisch vor dem Fenster optimaler Sonnenschutz besteht. Der Tageslichteinfall kann durch die Lamellenform, die Lamellenfarbe und je nach dem Reflexionsgrad des eingesetzten Lamellenmaterials an die gewünschte örtliche Situation angepasst werden.

Mehrwerte sind Trumpf

Mit der Renaissance der ZIP-Systeme hat die Raffstore-Industrie in den letzten Monaten neue Mehrwerte generiert, die zum allergrößten Teil Mehrwerte für die Nutzer bedeuten.
Mit der Optimierung der Antriebssituation werden verschiedene Modelle angeboten, bei den die Öffnungs- und Schließzeiten durch einen schnelleren Motorenlauf und/oder zusätzliche Neuentwicklungen im Oberkopfbereich deutlich verringert worden sind. Dem Anwender wird hier zudem ein deutlich schnellerer Zugang von oder zur Terrasse ermöglicht. Je nach Hersteller laufen die weiterentwickelten Systeme bis zu dreimal schneller.
Im Hochsommer kan man mehr oder weniger fast ungehindert auf die Terrasse oder zurück ins Haus gehen kann, ohne mehr als eine Minute warten zu müssen, bis der Raffstore komplett geöffnet ist. Auch im Bereich der Lichtregulierung wurden Weiterentwicklungen vorgestellt, mit denen die Lamellen noch feinfühliger der Sonne nachgeführt werden können.

Die eierlegende Wollmilchsau

Folgt man dieser Redewendung, dann gibt es im Bereich des Sonnenschutzes momentan nur ein Produkt, mit dem die meisten Vorteile erbracht, fast alle Bedürfnisse befriedigt und damit den meisten Ansprüchen genüge getan werden kann. Wie bei allen Sonnenschutzsystemen kann aber auch der Raffstore seine Vorteile nur dann vollständig ausspielen, wenn er mit einer automatischen Steuerung versehen wird. Schon mit einer  Wind- und Sonnenlichtsteuerung kann das Potential in Richtung Komfort deutlich verbessert werden. Gerade aber im Bereich der Energieeffizienz ist der Raffstore das  optimale Produkt, um im Zusammenspiel mit anderen Gewerken den Energieverbrauch zu senken und die thermische Behaglichkeit wie auch den visuellen Komfort im Gebäude deutlich zu verbessern.
So gesehen wird der Raffstore auch in den kommenden Jahren mit Sicherheit das am meisten benutzte System am Markt sein, wenn es darum geht einen gut funktionierenden Sonnenschutz zum Einsatz zu bringen.

Quelle: Glaswelt 02.2015, Olav Vögele

 

 

 

 

Foto-Quelle: ROMA

 

 

 

 

 

 

Foto-Quelle: ROMA

Wintergarten Behagliches Raumklima

Geschrieben von Norbert Paulus am in Wintergarten FAQ´s

Norbert Paulus

In dem folgendem Blog möchte ich über einen unserer neu gebauten Steinbach-Wintergärten berichten und Ihnen die Vorzüge von modernen Sonnenschutz- und Lüftungssystemen näher bringen .

Sommerlicher Wärmeschutz im Wohnwintergarten

In Glasanbauten wirken sich Sonnenwärme und Sonnenlicht besonders stark auf Raumklima und- atmosphäre aus. Wir zeigen an folgendem Objekt , wie der Planer sie günstig beeinflussen kann: durch die Ausstattung mit Lüftungs- und Sonnenschutzsystemen, aber auch durch die Konstruktion selbst.

Den Anstoß zum Bau eines Wohn-Wintergartens mit Blick in die Natur, ergab sich durch einen Kelleranbau. Der Hausherr plante im Hang unterhalb des Wohnhauses einen zusätzlichen Raum für seine Tüftler-Werkstatt. So würde an der Hangkante direkt vor der Westfassade eine Plattform entstehen. Die Hausherrin wünschte sich deshalb auf diesem Platz einen verglasten Anbau, in dem sie den weiten Ausblick von einem sonnigen und windgeschützten Sitzplatz aus in aller Ruhe genießen kann. Denn die bestehende angrenzende Nordwestterrasse war wegen der exponierten Lage eher zugig.

 

Konstruktion mit vielen Details

Mit dem Architektenentwurf kam das Bauherrenpaar zu uns. Auf der Basis von rund 30m² sollte eine Pultdachkonstruktion in Holz-Aluminium (Profillinie Modena) entstehen, die unter dem Balkon im Dachgeschoss an die Giebelfassade angrenzt; das sehr flach geneigte Dach sollte bündig mit der vorderen Kante der Balkonplatte sein.
Daraufhin wurde eine Grundfläche von ca. 4,90m Tiefe und 5,60m Breite konzipiert. Dabei galt es zu berücksichtigen: Bei der Plattform, also der zukünftigen Kellerdecke, handelt es sich um ein rechtwinkliges Trapez mit diagonaler Westseite. Die breite Glasfassade sollte jedoch parallel zum Giebel errichtet werden,damit eine in sich verzogene Wintergartenkonstruktion vermieden wird. Daher ist die Glasfassade nicht deckungsgleich mit der Kellerfassade, weshalb der Statiker zusätzliche Bewehrungen in der Kellerdecke einplanen musste. Als Sockel für das Rahmentragwerk plante der Fachmann eine Aufkantung von 10cm Höhe, sodass eine kleine Wanne entstand. Diese Aufkantung wurde wie die als Bodenplatte genutzte Kellerdecke vom Dachdecker wärmgedämmt und abgeklebt.
Bzgl. der Konzeption des Daches rieten wir von einem Firstanschluss an die Balkonplatte auf nur etwa 2,40m Höhe, ab. Stattdessen empfahlen wir ein steileres Dach mit dem Firstanschluss auf Höhe des Handlaufs des Balkongeländers und damit bei etwa 3,60m. Dies hat mehrere positive Effekte, auch auf die sommerliche Klimaregulierung. Der höhere Luftraum trägt zum ausgeglicheneren Raumklima bei: Zum einen heizt sich das größere Luftvolumen langsamer auf und überschüssige Wäre sammelt sich über den Köpfen der Bewohner. Zudem “drückt” die steilere und höhere Dachfläche optisch nicht – der Innenraum wirkt luftiger.

 

 

Wintergarten Holz-Alu (3)

 

2013 Steinbach_Objekt Keiner 140 Kopie

 

Wintergarten Holz-Alu (7)

 

2013 Steinbach_Objekt Keiner 161 Kopie
Wintergarten Holz-Alu (4)
Wintergarten Holz-Alu (13)
Wintergarten Holz-Alu (8)

Ohne Lüftung keine wirksame Beschattung

Die Höhe des Wintergartens bietet zudem die Chance für eine effektive und geräuschlose Lüftung. Dazu wurde das Balkongeländer durch ein Oberlich ersetzt und fügte zwei Abluftfenster ein. Dank natürlicher Konvektion entweicht die Wärme zuverlässig nach oben. Und dies erst recht, da der Fachmann auch mit zwei Flügeln im Sockelbereich für einen großen Höhenunterschied zwischen den Öffnungen für kühlere Zuluft und warme Abluft sorgt, was einen wirkungsvollen thermischen Auftrieb ermöglicht. Die Bauherren ließen sich von diesem Argument und der geänderten Gestaltung überzeugen.
Die Grundlüftung muss auch immer unabhängig von den Türen geplant werden, damit sie zu jeder Zeit aktiv sein kann, selbst bei Abwesenheit der Bewohner. Deshalb sind unsere Lüftungsflügel zudem mit aufgeschraubten Kippmotoren ausgestattet und werden über die Wintergartensteuerung automatisch bedient. Von der Querlüftung über die beiden barrierefreien Schiebetüren an der Süd- und Nordseite können die Bewohner aber zusätzlich und zügig profitieren, wenn sie zu Hause sind. Damit ihnen außerdem nicht lästige Insekten das Lüften vermiesen, wurden die Zuluftklappen mit Insektenschutz-Gaze im Festrahmen und die Türen mit flexiblen Plisseeanlagen geschützt.

Für den Hauptbestandteil des Wintergartens wurde ein Zweifach-Wärmedämmglas mit “Warmer-Kante” (Ug-Wert 1,1 W/m²K) und Selbstreinigungsunterstützung im Dach verbaut. Im Giebel kam ein neutrales Sonnenschutzglas und im Oberlich ein VSG-Ornamentglas Mastercarrè zum Einsatz.

Behagliches Klima dank Sonnenschutz

Als Schutz gegen die Blendwirkung, vor allem aber die direkte Sonneneinstrahlung, empfahl der Wintergartenprofi schließlich außenliegende Beschattung vor südlichen und westlichen Glasflächen. Gerade die intensive Sonneneinwirkung und damit Überhitzung verhindern Systeme, die die Strahlung ganz von den Gläsern abhalten. Sie erhitzen sich auch erst gar nicht und strahlen keine zusätzliche Wärme in den Raum ab. Für die breite Dachschräge wurde eine große, einteilige Wintergartenmarkise gewählt, die mit dem Gegenzugprinzip arbeitet. Ist das Markisentuch aus Acrylstoff eingefahren, wird die Dachfläche nicht durch unnötig viele Führungsschienen optisch “belastet”. Vor der Süd- und Westfassade kamen dagegen jeweils zwei Raffstorenanlagen zum Einsatz. Mit Flachlamellen und ausschließlich Seilführungen wurde eine möglichst filigrane Ausführung gewählt. Selbst in Abschirmstellung ist hier eine Durchsicht möglich.
Die Südseite hätte auch einschließlich der asymetrischen Gläser durch edle Raffstoren beschattet werden können, deren Befestigung sowie die eingefahrenen Lamellenpakete verdecken wir elegant mit dem von Steinbach Wintergärten eigenentwickelten Ortgangprofil. Doch die Bauherren entschieden sich für die kostengünstigere Variante aus neutralem Sonnenschutzglas. So sind die Rechteck-Raffstoren auf Traufhöhe befestigt. Dazu hat Steinbach ebenfalls ein spezielles Rinnensystem entwickelt, welches Wasserablauf und Verblendung formschön verbindet. Dass der Spezialist auch auf eine gute Optik im Detail Wert legt, zeigt zudem das Konzept der Regenrohre: Der Symmetrie wegen führt auch an der Südwestecke ein Fallrohr nach unten, obwohl nur jenes an der Nordwestecke aktiv ist. Über ein Verbindungsstück wurde dieses bauseits anschließend mit dem Entwässerungssystem des Pavillons und des Kelleranbaus verbunden.

Alles läßt sich automatisch steuern

Die automatische Regulierung der Lüftung und Beschattung sowie der Fußbodenheizung erfolgt über eine Wintergartensteuerung mit acht Kanälen. Dazu liefert die Wetterstation an der Südwestecke ihre Daten an die Zentrale micht Echtglas-Display und Touchscreen. Diese wurde integriert in das von Steinbach als “Energiesäule” bezeichnete Vorwandmodul, in welchem alle Elektroinstallationen gebündelt werden, so auch Dimmer für die LEDs im Dach.

Autorin: Anke Samhammer-Habrich
Freie Fachjournalistin, spezialisiert auf Glas- und
Solararchitektur sowie Autorin des Wintergarten-
Ratgebers des Wintergarten Fachverbands in Rosenheim