Energiekosten sparen

Geschrieben von Norbert Paulus am in Neuigkeiten

Norbert Paulus

Mit diesem Blog-Beitrag möchten wir Ihnen  über eine Familie berichten, die sich zu einem Sanierungskonzept mit Förderzuschüssen entschieden hat – Energiekosten sparen und sanieren statt neu bauen!

Sanierungskonzept mit Förderzuschüssen

Der Aufwand für die Isolierung der Gebäudehülle hat sich für ein Paar aus Hausham gelohnt: Energiekosten sparen und Energieverbrauch halbiert, Betriebskosten gesenkt, Raumklima verbessert – die reine Wohlfühlatmosphäre.

Verkaufen, neu bauen oder sanieren? Vor dieser Frage standen Adrian Markgraf und seine Lebensgefährtin Julia Konrad, als sie vor rund vier Jahren ihr Elternhaus (Baujahr 1984) in Hausham gekauft haben.
»Fast 400 m², für uns zu groß. Aber was damit machen? Wir haben uns dann überlegt, es in drei Wohneinheiten zu teilen und das zugige Haus Energieeffizient zu sanieren«, erzählt Markgraf. »Ahnung vom Thema hatten wir am Anfang allerdings noch kaum, die entwickelte sich erst im Laufe des Projektes. «2009 startete das Paar mit der Planung. »Da wurde uns bald klar: Wenn man ein neues, wärmegedämmtes Fenster einbaut, dann ist der kälteste Punkt nicht mehr das Fenster, sondern die Wand. Und damit entsteht die Gefahr von Schimmelbildung. Also haben wir erweitert, das Thema Dämmung rückte in den Vordergrund. Wir haben deshalb auch das Dach, die Gebäudehülle und Lüftungsanlage einbezogen – in der Summe macht das dann alles Sinn, ist aber mühsam. «Für jedes Gewerk habe es eine unterschiedliche Herangehensweise gegeben. »Am Anfang wirkt das für uns unüberschaubar, deshalb haben wir einen Architekten hinzugezogen. «Die Finanzierung stand relativ schnell. »Die läuft über die KfW-Bank. Wir haben die Unterlagen einfachbei unserer Sparkasse eingereicht, deren Service ist gut. « Die KfW bewilligte einen Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent und eine niedrige Verzinsung von 1,8 Prozent für ein sogenanntes KfW-Effizienzhaus 70, das also nur 70 Prozent des Jahresprimärenergiebedarfes eines vergleichbaren Neubaus nach Energieeinsparverordnung (EnEV) hat. »Mit dem Tilgungszuschuss wurden uns knapp 12.000 Euro gut geschrieben«, so Markgraf. Für das Paar eine enorme Kostenersparnis. Und das ermöglichte auch das inzwischen ganzheitlich angelegte Sanierungskonzept, mit dem die Kriterien fürs KfW 70 erreicht werden.

Energiekosten sparen

Der Umbau hat sich auf drei Kernbereiche gestützt: den Einbau von 28 modernen, 3-fach-verglasten Holzfenstern und-türen für rund 16.000 Euro, die Integration einer kontrollierten  Be- und Entlüftung für rund 24.000 Euro sowie die Isolierung der Fassade und des Daches.

Für die Dämmung der Gebäudehülle beauftragte Markgraf den Malerbetrieb Michael Ertl aus Hausham. Der Fachbetrieb hat dafür insgesamt 187 m² Fassadenfläche verputzt, 130 m² holzverschalt und eine18 cm starke EPS-Dämmung eingezogen. Im Dachisoliert eine Zwischensparrendämmung mit 20 cm Steinwolle, die über eine Nennwärmeleitfähigkeit von 0,035 verfügt. Insgesamt kostete die Fassadendämmung 31.000 Euro, hinzu kamen 8500 Euro für die Holzverschalung sowie 550 Euro für einen Teil der Dämmung des Daches. »Insbesondere im Dach konnten wir nochmals sparen, da wir das unter fachkundiger Anleitung selbst bewerkstelligt haben. «Und das hat sich offenbar gelohnt, in vielerlei Hinsicht. Positiv sind zum Beispiel die Effekte in puncto Raumklima. Das Haus hat nun lichtdurchflutete Räume, in den Wohnungen bildet sich kein Kondensat mehr. Die Luftqualität ist besser, kein Lüften mehr notwendig, obwohl statt nur einer Person nun insgesamt fünf Personen dort leben.

Energiekosten sparen

Früher hat das Paar mit etwa 20 Prozent der Fläche nur einen Teil des Hauses geheizt. »Mehr war damals auch für eine Person nicht erforderlich«, so Markgraf. Heute ist nahezu das ganze Haus – circa 80 Prozent der Gesamtfläche– beheizt, und das nun mit einer durchschnittlich um 3 bis 4°C höheren mittleren Raumtemperatur. Vor allem aber erzielten die Hausbesitzer in Hausham mit den Energiekosten sparen -den Maßnahmen eine Reduktion des Primärenergiebedarfes um 43,3Prozent. So haben sich etwa die Energiekosten und  Gaskosten seit der Sanierung um 56 Prozent verringert. »Das senkt die Betriebskosten pro Jahr um circa 2700 Euro«, freut sich Markgraf. »Und das, obwohl der Gaspreis in den vergangenen drei Jahren um 20 Prozent gestiegen ist. « Die Reduktion des Verbrauchs finanziert KfW-Kredit und Betriebs-kosten gleichzeitig: 125 Euro beträgt die Zinslast monatlich insgesamt für die Dämmung der Gebäudehülle, die Energiekosten -Sparfenster, Be-und Entlüftung. Hinzu kommen 100 Euro monatlich Abschlagszahlung für Gas seit der Sanierung, zusammen also 225 Euro. Zum Vergleich: Die Gaskosten vor der Sanierung beliefen sich monatlich auf 325 Euro. »Bei einem prognostizierten Energiekosten Anstieg von sieben Prozent amortisiert sich der Umbau innerhalb von 13 Jahren«, freut sich Markgraf. »Wir mussten uns zwar erst mal in die Materie reinarbeiten. Aber wenn man die Energiekosten Ersparnis durch Dämmung & Co. sieht, kann ich rückblickend nur sagen: jederzeit wieder. Und wir fühlen uns vor allem jetzt sehr wohl. «

Quelle: oberland Alternativ Ausgabe 1/2013

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