Kondenswasser am Fenster

 

Allgemein gilt bei Kondenswasser am Fenster: Kondensat entsteht, wenn die Feuchtigkeit gesättigte Luft auf kalte Oberflächen trifft. Luft besitzt zu jeder Temperatur eine entsprechende maximale Wasseraufnahme. Diese ist umso höher, je wärmer die Luft ist, d.h. warme Luft kann mehr Wasser aufnehmen als kalte Luft (Prinzip Heisslufttrockner). Erreicht die Luftfeuchtigkeit ihr Maximum, so spricht man von 100% relativer Luftfeuchte oder auch dem Sättigungszustand. Die Temperatur dieser gesättigten Luft wird als Taupunkttemperatur bezeichnet. Wird nun gesättigte Luft unter ihren Taupunkt abgekühlt, so sinkt auch das Wasseraufnahmevermögen ab. Als Folge scheidet sich das nun überschüssige Wasser ab. Die Abscheidung erfolgt an den kälteren Grenzflächen, die das Gas abkühlen = Kondenswasser am Fenster

 

Zu Kondenswasser am Fenster bzw. an Isoliergläsern kann es prinzipiell an vier Bereichen kommen:

 

– an der Innenscheibe

– an der Aussenscheibe

– am Randbereich

– im Scheibenzwischenraum

Kondenswasser am Fenster

Kondenswasser am Fenster >> an der Innenscheibe:

Kondensat auf Innenscheiben bildet sich meist in Räumen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit (Bad, Küche, Schlafzimmer). Auch eine Behinderung der Luftzirkulation kann die Niederschlagsneigung fördern (z.B. dicke Vorhänge oder geschlossene Innenjalosien, Blumen od. Dekoration auf Fensterbank). Mit steigender Isolierglasqualität steigt die Oberflächentemperatur der Innenscheibe, da der Wärmestrom zur Aussenscheibe sehr gering ist. Je höher die Temperatur der Innenscheibe, desto geringer ist deren Neigung zum Beschlagen, es entsteht Kondenswasser am Fenster.

 

Kondenswasser am Fenster >> an der Aussenscheibe:

Bei qualitativ sehr hochwertigen Isoliergläsern (niedrige U-Werte) findet nur ein sehr geringer Wärmeübergang von Innen nach Aussen statt. Deshalb erhöht sich die Temperatur der Aussenscheibe kaum. Über Nacht kühlen die Aussenscheiben stark ab. In den Morgenstunden ist es möglich, dass die Temperatur der Scheiben die Taupunkttemperatur der angrenzenden Luft weit unterschreitet, was zum Beschlagen führt. Bei Erwärmung verschwindet dieser Beschlag wieder. Kondensation findet verstärkt auf geneigten Glasflächen (Dachfenstern) statt, da geneigte Scheiben stärker abkühlen als senkrecht stehende. Die Bildung von Kondenswasser am Fenster auf der Aussenscheibe ist ein Effekt, der durch die hohe Isolationsgüte und physikalische sowie klimatische Randbedingungen unvermeidbar ist. Beschlagene Aussenscheiben sind ein Zeichen für beste Isolationseigenschaften!

Kondenswasser am Fenster >>  am Randbereich:

Der Randbereich stellt oft den Schwachpunkt des Bauteiles Fenster dar, da hier konstruktiv notwendige Verbindungen zwischen Innen und Aussen und damit Wärmebrücken mit erhöhten Wärmeströmen vorhanden sind. Auch in diesem Bereich wurden u.a. durch Einbau thermisch getrennter Rahmenkonstruktionen und durch die Entwicklung „warmer Kanten“ erhebliche Verbesserungen erzielt. Dennoch werden im Randbereich eines Isolierglasfensters die geringsten Oberflächentemperaturen des Fensters verzeichnet, was zu verstärktem Kondenswasser am Fenster in diesen Bereichen führen kann.

 

Kondenswasser am Fenster  >>  im Scheibenzwischenraum:

Kommt es zu Kondenswasser am Fenster im Scheibenzwischenraum (SZR), so ist dies meist ein Indiz dafür, dass die Isolierglaseinheit undicht ist und dringend ausgetauscht werden sollte.

Kondenswasser am Fenster / Kondensation und Reklamationen:

Die Kondensatbildung an der Innenscheibe, an der Aussenscheibe, am Randbereich ist aufgrund der physikalischen Gegebenheiten unvermeidbar und somit kein Reklamationsgrund. Tritt dagegen Kondenswasserbildung im Scheibenzwischenraum auf, so kann dies während der Gewährleistungsdauer unter bestimmten Umständen als rügefähiger Mangel reklamiert werden.

Gibt es Möglichkeiten der Abhilfe?

Bei den heutigen Fensterkonstruktionen findet kaum noch ein Luftaustausch statt. Deshalb herrschen in Räumen häufig sehr hohe Luftfeuchtigkeiten, die im Extremfall sogar zu Schimmelbildung führen können. Richtiges Lüften kann dieses Feuchtigkeitsniveau reduzieren und somit Kondenswasser am Fenster vermeiden. Eine Viertelstunde mit weit geöffnetem Fenster und im Anschluss mehrere kurze Kurzlüftungen täglich, fördern ein gesundes Raumklima und verhindert Kondenswasser am Fenster.

Ein ganztägig gekipptes Fenster erreicht diesen Effekt nicht! Ebenso sollte die Zirkulation der Raumluft in ausreichendem Masse gewährleistet sein, und nicht durch zu tiefe Fensterbänke, Blumenkästen oder eine schlecht platzierte Heizung erschwert werden.

Auch die Beschaffenheit einer Oberfläche kann sich auf eventuelles Kondenswasser am Fenster bzw. die Kondensatmenge auswirken. Hier spielt die Oberflächenspannung eine wichtige Rolle. Durch Anti-Beschlagmittel (für Brillen erhältlich) oder auch durch Spülmittelrückstände wird die Oberflächenspannung geringfügig reduziert und damit die Kondensation erschwert.

Kommentieren