Wintergarten Behagliches Raumklima

Geschrieben von Norbert Paulus am in Wintergarten FAQ´s

Norbert Paulus

In dem folgendem Blog möchte ich über einen unserer neu gebauten Steinbach-Wintergärten berichten und Ihnen die Vorzüge von modernen Sonnenschutz- und Lüftungssystemen näher bringen .

Sommerlicher Wärmeschutz im Wohnwintergarten

In Glasanbauten wirken sich Sonnenwärme und Sonnenlicht besonders stark auf Raumklima und- atmosphäre aus. Wir zeigen an folgendem Objekt , wie der Planer sie günstig beeinflussen kann: durch die Ausstattung mit Lüftungs- und Sonnenschutzsystemen, aber auch durch die Konstruktion selbst.

Den Anstoß zum Bau eines Wohn-Wintergartens mit Blick in die Natur, ergab sich durch einen Kelleranbau. Der Hausherr plante im Hang unterhalb des Wohnhauses einen zusätzlichen Raum für seine Tüftler-Werkstatt. So würde an der Hangkante direkt vor der Westfassade eine Plattform entstehen. Die Hausherrin wünschte sich deshalb auf diesem Platz einen verglasten Anbau, in dem sie den weiten Ausblick von einem sonnigen und windgeschützten Sitzplatz aus in aller Ruhe genießen kann. Denn die bestehende angrenzende Nordwestterrasse war wegen der exponierten Lage eher zugig.

 

Konstruktion mit vielen Details

Mit dem Architektenentwurf kam das Bauherrenpaar zu uns. Auf der Basis von rund 30m² sollte eine Pultdachkonstruktion in Holz-Aluminium (Profillinie Modena) entstehen, die unter dem Balkon im Dachgeschoss an die Giebelfassade angrenzt; das sehr flach geneigte Dach sollte bündig mit der vorderen Kante der Balkonplatte sein.
Daraufhin wurde eine Grundfläche von ca. 4,90m Tiefe und 5,60m Breite konzipiert. Dabei galt es zu berücksichtigen: Bei der Plattform, also der zukünftigen Kellerdecke, handelt es sich um ein rechtwinkliges Trapez mit diagonaler Westseite. Die breite Glasfassade sollte jedoch parallel zum Giebel errichtet werden,damit eine in sich verzogene Wintergartenkonstruktion vermieden wird. Daher ist die Glasfassade nicht deckungsgleich mit der Kellerfassade, weshalb der Statiker zusätzliche Bewehrungen in der Kellerdecke einplanen musste. Als Sockel für das Rahmentragwerk plante der Fachmann eine Aufkantung von 10cm Höhe, sodass eine kleine Wanne entstand. Diese Aufkantung wurde wie die als Bodenplatte genutzte Kellerdecke vom Dachdecker wärmgedämmt und abgeklebt.
Bzgl. der Konzeption des Daches rieten wir von einem Firstanschluss an die Balkonplatte auf nur etwa 2,40m Höhe, ab. Stattdessen empfahlen wir ein steileres Dach mit dem Firstanschluss auf Höhe des Handlaufs des Balkongeländers und damit bei etwa 3,60m. Dies hat mehrere positive Effekte, auch auf die sommerliche Klimaregulierung. Der höhere Luftraum trägt zum ausgeglicheneren Raumklima bei: Zum einen heizt sich das größere Luftvolumen langsamer auf und überschüssige Wäre sammelt sich über den Köpfen der Bewohner. Zudem “drückt” die steilere und höhere Dachfläche optisch nicht – der Innenraum wirkt luftiger.

 

 

Wintergarten Holz-Alu (3)

 

2013 Steinbach_Objekt Keiner 140 Kopie

 

Wintergarten Holz-Alu (7)

 

2013 Steinbach_Objekt Keiner 161 Kopie
Wintergarten Holz-Alu (4)
Wintergarten Holz-Alu (13)
Wintergarten Holz-Alu (8)

Ohne Lüftung keine wirksame Beschattung

Die Höhe des Wintergartens bietet zudem die Chance für eine effektive und geräuschlose Lüftung. Dazu wurde das Balkongeländer durch ein Oberlich ersetzt und fügte zwei Abluftfenster ein. Dank natürlicher Konvektion entweicht die Wärme zuverlässig nach oben. Und dies erst recht, da der Fachmann auch mit zwei Flügeln im Sockelbereich für einen großen Höhenunterschied zwischen den Öffnungen für kühlere Zuluft und warme Abluft sorgt, was einen wirkungsvollen thermischen Auftrieb ermöglicht. Die Bauherren ließen sich von diesem Argument und der geänderten Gestaltung überzeugen.
Die Grundlüftung muss auch immer unabhängig von den Türen geplant werden, damit sie zu jeder Zeit aktiv sein kann, selbst bei Abwesenheit der Bewohner. Deshalb sind unsere Lüftungsflügel zudem mit aufgeschraubten Kippmotoren ausgestattet und werden über die Wintergartensteuerung automatisch bedient. Von der Querlüftung über die beiden barrierefreien Schiebetüren an der Süd- und Nordseite können die Bewohner aber zusätzlich und zügig profitieren, wenn sie zu Hause sind. Damit ihnen außerdem nicht lästige Insekten das Lüften vermiesen, wurden die Zuluftklappen mit Insektenschutz-Gaze im Festrahmen und die Türen mit flexiblen Plisseeanlagen geschützt.

Für den Hauptbestandteil des Wintergartens wurde ein Zweifach-Wärmedämmglas mit “Warmer-Kante” (Ug-Wert 1,1 W/m²K) und Selbstreinigungsunterstützung im Dach verbaut. Im Giebel kam ein neutrales Sonnenschutzglas und im Oberlich ein VSG-Ornamentglas Mastercarrè zum Einsatz.

Behagliches Klima dank Sonnenschutz

Als Schutz gegen die Blendwirkung, vor allem aber die direkte Sonneneinstrahlung, empfahl der Wintergartenprofi schließlich außenliegende Beschattung vor südlichen und westlichen Glasflächen. Gerade die intensive Sonneneinwirkung und damit Überhitzung verhindern Systeme, die die Strahlung ganz von den Gläsern abhalten. Sie erhitzen sich auch erst gar nicht und strahlen keine zusätzliche Wärme in den Raum ab. Für die breite Dachschräge wurde eine große, einteilige Wintergartenmarkise gewählt, die mit dem Gegenzugprinzip arbeitet. Ist das Markisentuch aus Acrylstoff eingefahren, wird die Dachfläche nicht durch unnötig viele Führungsschienen optisch “belastet”. Vor der Süd- und Westfassade kamen dagegen jeweils zwei Raffstorenanlagen zum Einsatz. Mit Flachlamellen und ausschließlich Seilführungen wurde eine möglichst filigrane Ausführung gewählt. Selbst in Abschirmstellung ist hier eine Durchsicht möglich.
Die Südseite hätte auch einschließlich der asymetrischen Gläser durch edle Raffstoren beschattet werden können, deren Befestigung sowie die eingefahrenen Lamellenpakete verdecken wir elegant mit dem von Steinbach Wintergärten eigenentwickelten Ortgangprofil. Doch die Bauherren entschieden sich für die kostengünstigere Variante aus neutralem Sonnenschutzglas. So sind die Rechteck-Raffstoren auf Traufhöhe befestigt. Dazu hat Steinbach ebenfalls ein spezielles Rinnensystem entwickelt, welches Wasserablauf und Verblendung formschön verbindet. Dass der Spezialist auch auf eine gute Optik im Detail Wert legt, zeigt zudem das Konzept der Regenrohre: Der Symmetrie wegen führt auch an der Südwestecke ein Fallrohr nach unten, obwohl nur jenes an der Nordwestecke aktiv ist. Über ein Verbindungsstück wurde dieses bauseits anschließend mit dem Entwässerungssystem des Pavillons und des Kelleranbaus verbunden.

Alles läßt sich automatisch steuern

Die automatische Regulierung der Lüftung und Beschattung sowie der Fußbodenheizung erfolgt über eine Wintergartensteuerung mit acht Kanälen. Dazu liefert die Wetterstation an der Südwestecke ihre Daten an die Zentrale micht Echtglas-Display und Touchscreen. Diese wurde integriert in das von Steinbach als “Energiesäule” bezeichnete Vorwandmodul, in welchem alle Elektroinstallationen gebündelt werden, so auch Dimmer für die LEDs im Dach.

Autorin: Anke Samhammer-Habrich
Freie Fachjournalistin, spezialisiert auf Glas- und
Solararchitektur sowie Autorin des Wintergarten-
Ratgebers des Wintergarten Fachverbands in Rosenheim

Trackback von deiner Website.